Phantom Orchestra

Medien-/Klanginstallation
Fränk Zimmer
Ein Zucken, ein leichtes Vibrieren, ein Ruckeln, das nach bestimmten Gesetzen zu funktionieren scheint. Parallel dazu eine andere Klangwelt aus Gesprächsfetzen, vorbeifahrenden Autos und anderen Stadtgeräuschen.

Das Phantom Orchestra ist ein Orchester ohne Musiker. Der Orchesterapparat besteht aus präparierten E-Gitarren, einem E-Bass, einem Tonbandgerät und anderen, mehr der weniger aus der Musikwelt stammenden Klangkörpern. Die „Echtzeitpartitur“ liefert die Analyse des unmittelbaren Umgebungsklanges am Installationsort. Die Klangspektren der Instrumente werden in einem nächsten Schritt zueinander in Beziehung gesetzt – klangliche Qualitäten werden zwischen den Instrumenten ausgetauscht.

Audiomaterialien
Das Ausgangsmaterial der Installation liefern zwei Klangstränge. Der eine ist eine Live-Übertragung der unmittelbaren akustischen Umgebung des Installationsortes. Der zweite ist eine Sammlung von Umweltklängen von den Orten, an denen das Phantom Orchsetra schon installiert war.

Steuerung-Komposition-System
Die Umweltklänge sind zum Teil in der Installation hörbar, vor allem jedoch dienen sie als Strukturgeber für das Phantom Orchestra. Durch Echtzeitklanganalyse wird das Verhalten der Klangstränge bestimmend für das Spielgeschehen des Orchesters. Die Instrumente werden durch Reibe-, Kratz oder Schabbewegungen mit Hilfe von Motoren und anderen, an den Instrumenten angebrachten, beweglichen Teile zum Leben erweckt. Es entsteht eine Klangsituation, die sich aus den Analysedaten bzw. deren Interpretation generiert. Interpretation meint hier das Festlegen von Bedingungen (was und wie etwas erklingt) und das Initiieren von Folgeabläufen. Ziel ist die Erzeugung eines autarken musikalischen Systems.

Subsystem
Während den letzten Aufführungen des Phantom Orchestra hat sich ein Subsystem zu dem ursprünglichen Orchesterkonzept dazugesellt. Die von den Orchesterinstrumenten produzieren Klangspektren dienen diesem Subsystem als Basis. Die Klangspektren der Instrumente werden zueinander in Beziehung gesetzt – klangliche Qualitäten werden zwischen den Instrumenten ausgetauscht. Eine neue Klangebene  mischt sich mit den Umweltklängen und dem Orchestergeschehen.

Projektteam: 

Fränk Zimmer: Konzept, Realisation IOhannes m zmölnig: Pd-External Elli Scambor: Fotos

Projektpartner: 

Liquid Music Stadt Graz Philharmonie Luxemburg  

Spezifikationen: 

Hardware: PC, MemPIO-Interface, Gleichstrom- und Schrittmotoren, Hubmagnete, selbstgebaute Elektronik, max. 25 präparierte Musikinstrumente bzw. Objekte Software: Pure Data, MemPio-Externa

Jahr: 

  • 2005

Erstinstallation: 

Donnerstag, 7. Juli 2005 - 19:15

Date/Location: 

Erstinstallation:
Phantom Orchestra v.1.0
7.7.-9.7.2005
Liquid Music, Judenburg

Phantom Orchestra v1.2
14.3.-19.3 2006
Heimspiel auswärts
ESC, Graz

Phantom Orchestra v1.2
14.3.-19.3 2006
Heimspiel auswärts
ESC, Graz

Phantom Orchestra v.1.4
29.3.2007/ 31.3.2007
Festival musique visuelle
Philharmonie Luxemburg