gender_map/Judenburg

Ein dynamischer Stadtplan der Geschlechterräume in Judenburg.  
Elli Scambor, Fränk Zimmer
Die Nutzung der Stadt Judenburg generiert ein kartografisches Bild der Stadt.

Die gender_map ist eingebettet in das Projekt gender_walk, das im Rahmen des Medienkunstfestivals Liquid Music in Judenburg stattfindet. Es handelt sich dabei um einen mittels empirischer Erhebung über die Nutzung der Stadt generierten Stadtplan - ein kartografisches Bild der Stadt, dem alltägliche Wege und Orte von Frauen und Männern in Judenburg zugrunde liegen. Die dynamische gender_map verfügt über ein Datenerfassungsmodul und über ein eigenes Visualisierungsmodul, das es UserInnen erlaubt über das WWW die Nutzung des Judenburger Stadtraums nach bestimmten Kriterien zu erforschen.

Die im Zuge einer Erhebung generierten Daten alltäglicher Wege und Orte von Frauen und Männern in der Stadt werden in der gender_map als geschlechtlich strukturierte Räume sichtbar.

Diese Strukturierung städtischer Räume ist gleichzeitig Abbild unterschiedlicher Vergesellschaftungsbedingungen von Männern und Frauen. Die angeeigneten physischen Räume geben Auskunft über die Stellung im sozialen Raum. Personen, die Produktions- und Reproduktionsaufgaben wahrnehmen, müssen deutlich mehr Wege und Orte im „Gesamt-Arbeits-Alltag“ miteinander verknüpfen als Personen mit einem „Nur-Erwerbsarbeits-Alltag“. Auf diese Weise manifestiert sich die soziale Struktur im städtischen Raum und reproduziert die Geschlechterdifferenz. Räume existieren nicht einfach, Räume werden konstruiert und durch die gesellschaftliche Realität der Individuen in hohem Maße beeinflusst.

Die Visualisierung alltäglicher Wege und Orte von Männern und Frauen in der Stadt Judenburg erfolgt durch ein Software Applet, das sich an Dichte-Relationen orientiert und so Abweichungen (Bilder der Differenz) vom bestehenden Stadtplan, ein kartografisches Abbild der geschlechtlich strukturierten Räume von Judenburg erzeugt.

Bei der gender_map handelt es sich einerseits um ein Druckwerk, das im Verbund mit visuellen Markern im Realraum eine Begehung der Stadt nach Gesichtpunkten des sozialen Geschlechts zulässt, andererseits um eine dynamische Darstellung im World Wide Web. In dieser Form ist die gender_map offen für neue Einträge der StadtbewohnerInnen und fungiert als Zentrum eines für weitere Erfahrungen und deren Austausch offenes Forum.

Projektteam: 

Elli Scambor:  Konzept, Studie, Fotos Fränk Zimmer: Webinterfaces, Visualisation,  Realisation Kathy Weineiss: Datenerhebungsassistenz Georg Holzmann: Datenbank Wolfgang Scheicher: Processinganbindung

Projektpartner: 

Im Rahmen von Liquid Music 2007 In Zusammenarbeit mit Kunst im öffentlichen Raum Steiermark, Forschungsbüro der Männerberatung Graz, GenderWerkstätte.  

Spezifikationen: 

Hardware: PC, Vinylnetz Software: Processing, MySQL-Datenbank und Tools

Jahr: 

  • 2007
  • 2011

Erstinstallation: 

Montag, 7. Mai 2007 - 19:00

Date/Location: 

5.7.-7.7.2007, Projektrealisation
Liquid Music / Judenburg

15.-20.11.2011, Teilinstallation
15.11.2011,19.00Uhr, Eröffnung
Galerie beim Engel
Luxemburg-Stadt (L)